Bericht von der Frankfurter Buchmesse 2025

Seit gut 30 Jahren besuche ich die Frankfurter Buchmesse und habe die Veränderungen der letzten Jahre beobachtet. Heute ist es offensichtlich geworden. Die unglaubliche Vielfalt – das war einmal. Einige Hallen, die früher künstlerische Kleindrucker präsentierten, die Kalendergalerie im langen Durchgang, Fotoausstellungen und Kochevents gehören leider zur Geschichte. Die zahlreichen Buchhandlungs-Ausstatter – ob Möbel oder Bewirtschaftungssoftware – kaum mehr vorhanden. Dafür unglaublich viel Fantasy, Romance, Young Adults-Literatur und Mangas usw. In den Hallen, wo sich früher auch viele Sach- und Wissenschaftsverlage präsentierten, sind die chinesischen Druckwaren-Dienstleister auch schon angekommen. Was auch auffällt, dass viele Verlage ihre alteingesessenen Standorte verloren oder gewechselt haben. Ob man wirklich findet, was man sucht, ist nicht sicher.

Gastland Philippinen – Ein vielleicht wenig bekanntes Land für seine Literatur und die Buchproduktion, umso interessanter der Gastauftritt. Mit einfachen Strukturen wurden Hüttchen aufgestellt wo unterschiedliche Thematiken dargestellt wurden – Literatur, Kultur, Politik und Gesellschaft sowie Kinderbücher. Auf zwei Bühnen waren Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen zu besuchen. Literarisch gibt es zu entdecken:

José Rizal: Noli me tangere – Philippinen, Ende des 19. Jahrhunderts: Der junge, idealistische Ibarra kehrt nach sieben Jahren Studium aus Europa in seine Heimat zurück – voller Erneuerungsdrang für sein Land und im Liebesrausch für die schöne María Clara. Doch seine Hoffnungen werden schnell zerschlagen, denn die von ihm so geliebte Gesellschaft ist zerfressen von Korruption, Unterdrückung und religiösem Dogmatismus. Nicht das philippinische Volk hält die Zügel in der Hand, sondern die spanischen Kolonialherren mitsamt ihrem machtbesessenen katholischen Klerus. Ibarras Vorhaben, eine Schule zu bauen, eskaliert zu einer Spaltung zwischen Kirche, Gouverneuren und dem einfachen Volk, und viel zu spät erkennt er, wie sich seine private Fehde mit dem Gemeindepfarrer in eine infernale Intrige verwandelt. Erst als sich auch María Clara von ihm abwendet, wird Ibarra bewusst, welch mächtigem Gegner er sich gegenübersteht.

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